IKONEN

Seit jeher versucht sich der Mensch in Form einer Pose, die er, teils automatisch, teils gewollt einnimmt, vorteilhaft darzustellen. Mit der aufkommenden Popularität der Mode- und Werbefotografie Anfang des 20. Jahrhunderts, wurde die Inszenierung von Personen in den Medien immer wichtiger. Dabei spielt die Fotografie die größte und wichtigste Rolle und bestimmt mit ihrer realistischen und detailgetreuen Abbildung der “Wirklichkeit” den heutigen Kommunikationsmarkt. In einer zunehmend imagebasierten Gesellschaft gerät das Produkt in den Hintergrund und der Mensch und dessen Lebensstil rückt in den Fokus der Darstellung. Daher ist das Abbilden des einzelnen Protagoisten immer wichtiger. Der Hauptaugenmerk dieser Bilder besteht darin, dem Betrachter eine gewisse Stimmung, einen speziellen Look oder eine Geisteshaltung näherzubringen.

Diese Bilder werden nur allzu gerne mit einer nahezu “perfekten” Bildsprache auf Hochglanz polliert, und vermitteln somit gleichzeitig eine Unnahrbarkeit, die den Betrachter dazu ermutigen soll, ebenso nach Perfektion seines Äußeren zu streben. Besonders deutlich wird das ganze in der Präsentation von Mode in Hochglanzmagazinen. Model und Mode sind perfekt aufeinander abgestimmt und in einer ebenso makellosen Umgebung inszeniert.

Die Arbeit “below the surface“ beschäftigt sich mit der bewussten Unterdrückung von Schärfe und Perfektion hin zu Fotografien, die ein völlig anderes Bild eines “Modefotos” zeigen. Die abgebildeten Modelle verschmelzen mit der Mode und dem Hintergrund zu einer Einheit. Die Fotografien ignorieren alle “Regeln” von technischer Perfektion, und bilden somit eine neue Ebene, unter der Oberfläche, ab.

C-PRINT AUF ALU-DIBOND, VERSCHIEDENE GRÖSSEN, 2008



 

 
   
               
  © IVONNE THEIN / VG BILDKUNST